+ + + 3.Brief an den Unfallfahrer + + +


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06.05.2012

Herr ...,

es sind jetzt 2 lange Jahre vergangen, seid dem schrecklichen Unfalltod unserer
Tochter Michaela, den Sie durch Ihren Übermut und Ihre Überheblichkeit
verursacht haben. Sie fragen sich sicherlich, warum wir Ihnen jedes Jahr einen
Brief schreiben und Sie nicht endlich in Ruhe lassen. Darauf möchten wir Ihnen
gerne in diesem Brief eine Antwort geben.
Unsere Tochter wäre am 17.04. 21 Jahre alt geworden, so alt, wie Sie damals
waren. In diesem Sommer hätte sie ihre Lehre in Ahlbeck beendet. Wir denken
jeden Tag an unsere Michaela und fragen uns immer und immer wieder, warum
musste das passieren. Jedes mal kommen wir auf die gleiche Antwort, der Fahrer
des Autos, nämlich Sie Herr ..., hat die Verantwortung gegenüber seinen
Mitfahrern einfach nicht wahrgenommen, das Leben der anderen Mitinsassen
leichtsinnig auf’s Spiel gesetzt. Es heißt, man müsse Fehler auch mal verzeihen
können, aber diesen Fehler können wir Ihnen nicht verzeihen. Wir müssen mit
unserem Schmerz leben und immer wieder an das schreckliche Ereignis denken.
Und damit kommen wir zum Punkt, warum sollen nur wir und unsere Familie für
immer daran denken müssen. Wir wollen mit unseren Briefen ein eventuelles
Vergessen bei Ihnen ausschließen, denn in unseren Augen haben Sie nicht das
Recht, den von Ihnen verursachten Tod unserer Michaela zu vergessen !



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