+ + + 2.Brief an den Unfallfahrer + + +


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23.04.2011

Herr ...,

sie haben am 01.08.2010 Ihren 22.Geburtstag erlebt, unsere Tochter Michaela
hatte am 17.04.2011 ihren 20.Geburtstag, den sie wegen Ihnen nicht mehr
erleben dürfte. Wir konnten an diesem Tag nur bei ihr sein, indem wir an ihrem
Grab Blumen niederlegten und uns an vergangene schöne Zeiten mit ihr erinnert
haben. Am 26.04.2011 ist der schreckliche Unfall ein Jahr her und wir können
es immer noch nicht begreifen, dass wir unsere Michaela nie wieder sehen
werden. Das schmerzt so sehr und ist einfach noch immer nicht zu begreifen.
Sie fragen sich jetzt sicherlich, warum wir Ihnen diesen Brief schreiben. Das
sollen Sie auch erfahren. Die Verhandlung am 11.01.2011 in Wolgast war für
uns eine große Enttäuschung. Wir waren enttäuscht von Ihrem Verhalten, eine
persönliche Entschuldigung von Ihnen und ein Eingeständnis Ihrer Schuld wäre
das Minimum gewesen. Durch dieses Verhalten zweifeln wir auch die
Ehrlichkeit Ihres Briefes an. Wahrscheinlich entstand dieses Schreiben auf
anraten Ihres Anwaltes und daher war es nur Taktik, um eine geringere Strafe zu
erwirken. Deshalb kommt bei uns die Vermutung auf, dass der Totalschaden an
Ihrem Auto und der Verlust Ihres Führerscheines für drei Monate mehr wiegen,
als die Tatsache, dass bei diesem Unfall ein Mensch, unsere Michaela, ums
Leben gekommen ist. Wir können Ihnen auch nicht sagen, wie Sie unsere
Meinung und Sichtweise jemals ändern können, der einzige Zeitpunkt war am
Tag der Verhandlung in Wolgast und den haben Sie nicht genutzt.



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